Presseinformation - Tag der Entscheidung: Staatsregierung will Schwächung des Alpenplans durchdrücken

Am 9. November 2017 ist es so weit: Der Bayerische Landtag stimmt über die Änderung des Alpenplans ab. Künftig soll dieser seit 45 Jahren unverändert wirksame Garant für die Bewahrung des Alpenraums wirtschaftlichen Interessen angepasst werden können. Grund für die angestrebte Änderung ist eine geplante Skischaukel am 1787 Meter hohen Riedberger Horn in den Allgäuer Alpen. „Das muss man sich einmal vorstellen: Für ein einzelnes Projekt wird ein im gesamten Bayerischen Alpenraum wirksames Instrument an entscheidender Stelle geschwächt“, erklärt Rudi Erlacher, Vizepräsident des Deutschen Alpenvereins. „Damit schafft die Staatsregierung einen Präzedenzfall, der Tür und Tor öffnet für Erschließungs-maßnahmen in weiteren sensiblen und höchst schutzwürdigen Bereichen der Bayerischen Alpen.“

Der DAV ist gegen die Aufweichung des Alpenplans

Bereits im November 2016 haben sich rund 600 Delegierte bei der DAV-Hauptversammlung in Offenburg deutlich zum Thema geäußert. In der damals einstimmig verabschiedeten Reso-lution heißt es: „Der Alpenplan darf keinesfalls, weder heute noch in Zukunft, wirtschaftli-chen Belangen geopfert und in seiner strengen Zonierung aufgeweicht werden.“ Beeindruckt war die Staatsregierung weder von diesem Appell noch von Demos, Bürgerinitiativen und Expertenanhörungen. Selbst die Übersendung von 4000 zum großen Teil kritischen Stellungnahmen zur Änderung des Alpenplans an das Bayerische Innenministerium im März 2017 zeigte keine Wirkung: Schon drei Arbeitstage später leitete die bayerische Ministerrunde die Änderung des Alpenplans in die Wege. Am 9. November 2017 schlägt die Bayerische Staatsregierung nun das vorerst letzte Kapitel dieses Dramas auf: An diesem Tag soll die Änderung des Alpenplans im Landtag beschlossen werden. „Wir möchten die Abgeordneten noch ein-mal deutlich daran erinnern, dass nicht nur Naturschutzorganisationen, sondern auch die Mehrheit der bayerischen Bevölkerung gegen eine Änderung des Plans ist“, so Erlacher. Immerhin sprachen sich im Januar 2017 in einer repräsentativen EMNID-Umfrage 91 Prozent der Bayern für den Erhalt des Alpenplans aus.

Kampagne #DankeAlpenplan in den Sozialen Medien

Um die fatale Wirkung der Aufweichung des Alpenplans der Öffentlichkeit noch einmal nahe zu bringen, hat sich nun auch die Profi-Bergsportwelt zu Wort gemeldet: Unter ihnen zum Beispiel Trailrunner Philipp Reiter, Skibergsteigerin Gela Allmann oder Top-Alpinist Michi Wohlleben. Zudem sprechen sich auch Naturfilmer, Fotografen, Blogger und viele weitere Multiplikatoren für den Erhalt des Alpenplans aus. Die Zitate werden ab Montag, 30. November, täglich bis zur Abstimmung am 9. November auf den Kanälen des Alpenvereins (siehe unten) gepostet. „Mit jedem einzelnen Post auf Facebook erreichen wir rund 40.000 bergbegeisterte Menschen“, erklärt Thomas Bucher, Pressesprecher des DAV. „Auf die Reaktionen unserer Community sind wir sehr gespannt.“

Hintergrund

Der Alpenplan gilt seit 45 Jahren und ist verbindlicher Teil des Landesentwicklungsprogramms Bayern. Als international viel beachtetes und einzigartiges Instrument zur Raumplanung bewahrt es die bayerischen Berge in der Form, wie wir sie heute schätzen: als attraktives Ziel für Natursportler und Erholungssuchende und zugleich als bedeutender Schutzraum für Flora und Fauna. Bis in die 1970er Jahre waren viele große Erschließungsprojekte in den Bayerischen Alpen geplant – zum Beispiel Bergbahnen am Watzmann, Geigelstein, Hochgern, Innzeller Kienberg oder an der Garmisch-Partenkirchner Alpspitze. Mit Inkrafttreten des Al-penplans 1972 waren diese Pläne vom Tisch, heute sind all diese Berge immer noch weitge-hend frei von technischer Infrastruktur.

Weiterführende Infos

Kompakte Infos zum Alpenplan
Beispiele, wo der Alpenplan gewirkt hat: Watzmann, Alpspitze, Geigelstein, Riedberger Horn, Koblat, Hochgern, Rotwand, Sonntagshorn

Kurzlink zur Microsite Alpenplan: www.alpenverein.de/alpenplan
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Kontakt:
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